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Herculine Adelaide Barbin wurde 1838 in Saint-Jean-d'Angély in Frankreich in einer armen Familie geboren. Sie war sehr studienbegabt und hatte einen riesigen Durst nach Wissen, deshalb gelang ihr durch mehrere Stipendien in eine Ursulinekloster zugelassen zu werden.

Hier lernte Herculine die junge Lehrerin Sara kennen, in die sie sich verliebt und mit derer sie eine geheime Beziehung beginnt. Langsam wurde jedoch ihre Liaison innerhalb der Mauern des Klosters allgemein bekannt.

Eines Tages litt Herculine unter unerträglichen Schmerzen im Unterleib, der Arzt wurde aufgerufen und bei der Untersuchung machte er eine schockierende Entdeckung: das Mädchen besaß innerhalb der weiblichen Geschlechtsmerkmale auch die männlichen, es handelt um Pseudohermaphroditismus.

Herculine wurde sofort von der Schule entlassen und von ihrer Verlobten entfernt, ihr wurde aber gegen Gesetz ihr wahres Geschlecht anerkannt: sie war jetzt ein Mann.

Der "Herculine-Fall" wurde bald sehr berühmt und sie wurde daher gezwungen, als Mann zu leben, der junge Mann war aber nie in der Lage, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Februar 1868 fand der Pförtner eines Gebäudes in der Rue de l'Ecole de Médecine in Paris, wo Barbin er als Abel Barbin wohnte, seine Leiche: er hatte sich in seinem Zimmer durch den Gas getötet.

Seine Memoiren wurden neben seinem Bett gefunden.

 

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Eine Behandlung des "Herculine Fall" kann man auf Deutsch in dem Essay von Michel Foucalt "Über Hermaphroditismus" (edition suhrkamp) lesen.

 


 

 

 
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